Joaquin Phoenix ist als Joker schon jetzt eine Sensation


Joaquin Phoenix & diverse Joker
© Warner Bros. Pictures
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"I read about this guy, gets on the MTA here, dies. Six hours he's riding the subway before anybody notices his corpse doing laps around L.A., people on and off sitting next to him. Nobody notices."

Die größten Erfolge bezüglich der öffentlichen Wahrnehmung feierte Joaquin Phoenix in seiner bisherigen Karriere mit einer Neben- und Hauptrolle in Gladiator und Walk the Line. Für seine Darstellung des erbarmungslosen Kaisers Commodus wurde er ebenso für einen Oscar nominiert wie für seine Leistung als Country-Legende Johnny Cash. Auch wenn er für seine Hauptrolle in The Master von Paul Thomas Anderson noch ein 3. Mal für den Oscar nominiert wurde, passt die vergleichsweise sperrige Darbietung einer solch komplexen Figur weniger in ein kommerzielles Raster. Seine Rolle des traumatisierten Veteranen, der in einem Sektenführer neuen Halt in seinem Leben sucht, fügt sich stattdessen wesentlich passender in das anspruchsvolle, mutige Rollenschema ein, nach dem Phoenix die Figuren auswählt, die er spielen möchte.

Nachdem nun offiziell bestätigt ist, dass Joaquin Phoenix in einem kommenden DC-Film von Regisseur Todd Phillips die Rolle des Jokers spielen wird, lässt sich diese Besetzung schon jetzt als sensationeller Glücksfall für das bislang eher gebeutelte DCEU verbuchen. Dabei lassen verschiedene Aussagen aus der Vergangenheit von Phoenix in Bezug auf Rollen in großen Blockbustern darauf schließen, dass der momentan noch nicht genau betitelte Joker-Film einen massiven Kurswechsel für den Marvel-Konkurrenten markieren dürfte. Zuvor setzte Warner Bros. lediglich auf einen überwiegend negativ aufgenommenen Auftritt von Jared Leto als Batman-Gegenspieler in Suicide Squad, wobei dessen Interpretation ebenfalls in einem separaten Joker-Sequel fortgeführt werden soll.

Die Blockbuster-Abneigung von Joaquin Phoenix

Im Interview mit Time Out geht Joaquin Phoenix, der die Oscars 2011 als "Bullshit" bezeichnete und kurzzeitig als Hauptdarsteller für Doctor Strange vermutet wurde, genauer auf die Frage ein, ob er jemals in einem Blockbuster wie Star Wars oder einem Marvel-Film mitspielen würde. Dabei stellt er klar, dass er keinesfalls grundsätzlich abgeneigt ist, in einem dieser Filme mitzuspielen. Am Ende käme es Phoenix jedoch immer auf das Drehbuch und den Umgang mit seiner Figur darin an. Über verschiedene Meetings wäre er schon mehrfach kurz davor gewesen, eine Rolle in einem dieser Filme zu landen. Schließlich scheiterten die Verhandlungen jedoch stets daran, dass verschiedene Voraussetzungen gegen seine Vorstellung des jeweiligen Charakters gesprochen hätten.

Wie er im Gespräch mit Independent noch einmal unterstreicht, spielt Joaquin Phoenix in jedem Film mit ihm nicht einfach nur eine Figur, sondern auf gewisse Weise auch immer sich selbst. Dieser streng persönlichkeitsgetriebene Ansatz führte in der Vergangenheit dazu, dass der als exzentrisch geltende Charakterdarsteller seine Rollen stets mit Bedacht wählte. Rollen in Blockbustern waren hierbei Fehlanzeige. Gegenüber Daily Mail gab er zudem an, dass eine Beteiligung an solchen Streifen für ihn gleichzeitig einem Senken des eigenen Standards gleich käme. Da er hierbei versuchen müsse, ein so großes Publikum zu erreichen wie möglich, würde die Qualität seines Schauspiels automatisch darunter leiden.

Die Joker-Beteiligung von Joaquin Phoenix als Wegweiser für das DCEU

Dass einer der talentiertesten und zugleich wählerischsten Charakterdarsteller der Gegenwart nun offiziell für eine Rolle in einer Comic-Verfilmung bestätigt wurde, bringt das in seinem Ruf schwer angeschlagene DCEU schlagartig auf einen neuen Kurs. Scherzte Joaquin Phoenix in der Vergangenheit gegenüber der Presse offenbar noch, dass er gar nichts über einen geplanten Joker-Film mit ihm wüsste, ist es jetzt Gewissheit, dass der Film von Todd Phillips mit ihm an Bord voraussichtlich schon in diesem September in Produktion geht. Hierbei soll das geplante Budget des Films weiterhin bei etwa 55 Millionen Dollar liegen.

Im Gegensatz zu Justice League, der inklusive Nachdrehs mit gut 300 Millionen Dollar zu Buche schlug, sowie Aquaman, der ebenfalls immerhin üppige 160 Millionen Dollar verschlungen haben soll, stellt der kommende Joker-Film also schon alleine aufgrund des vergleichsweise niedrigen Budgets ein Novum dar. Indem nun auch Joaquin Phoenix an dem Werk beteiligt ist, das die Entstehungsgeschichte des Jokers als düstere Ergründung eines Mannes erzählen soll, der von der Gesellschaft missachtet wird, wird der Streifen schlagartig zum wohl interessantesten kommenden DC-Projekt. Vielleicht steht uns gar eine Sensation ins Haus, auch wenn es dazu erst einen Schauspieler wie Phoenix gebraucht hat, der nun endlich wieder in einem "Blockbuster" mitspielt, den wir hoffentlich gar nicht erst als einen solchen bezeichnen müssen, um seine wahren Qualitäten zu erkennen.

Wie steht ihr zu der Beteiligung von Joaquin Phoenix an einem Joker-Film?

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