Ihr habt die Todesanzeigen für das DC-Universum zu früh geschrieben


Suicide Squad
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Walter Hamada ist der neue DC Entertainment-Präsident bei Warner Bros. und fackelt nicht lange. Wie wir euch bereits berichteten, hat der neue DCEU-Chef schon jetzt umfassende Änderungen oder Einzelheiten angekündigt, durch die er das längst in Verruf geratene Superhelden-Filmuniversum wieder auf Kurs bringen will. Das sind Maßnahmen, auf die das Studio nach dem öffentlich gewordenen Justice League-Desaster, das sich vermutlich umgehend auf das enttäuschende Einspielergebnis ausgewirkt hat, dringend angewiesen ist. Anstelle der üblichen Bedenken, die sich nun in Hinsicht auf die weitere Entwicklung des DCEU anstellen lassen, soll an dieser Stelle aber zur Abwechslung lieber positive Stimmung herrschen. Lasst uns mit optimistischer Vorfreude in eine rosige DCEU-Zukunft blicken.

Darum klingt der Joker-Film mit Joaquin Phoenix so reizvoll

Unter den Filmen, die Warner Bros. für das DCEU in naher Zukunft veröffentlichen will, befindet sich neben einem eigenen Joker-Film für die von Jared Leto in Suicide Squad gespielte Figur noch ein weiterer Joker-Film. Dieser klingt aufgrund der Details, die bislang darüber bekannt sind, überaus reizvoll. Dass Hangover-Regisseur Todd Phillips bei dem Streifen Regie führen soll, ist da eigentlich noch die am wenigsten aufregende Versprechung. Viel interessanter ist ein Blick auf Hauptdarsteller, Produzent und anderweitige Gerüchte im Hintergrund. So soll Joaquin Phoenix die Figur des Joker spielen, während Martin Scorsese als Produzent des Films an Bord ist.

Was zusätzlich großes Interesse an dem Projekt weckt, sind Hintergrundinformationen eines Insiders. Dieser will in Erfahrung gebracht haben, dass die Hauptfigur in Phillips' Joker-Film ein gescheiterter Comedian in den 1980er Jahren sein soll. Ein inhaltlicher Rahmen, der aufgrund der Beteiligung von Scorsese als Produzent durchaus Sinn ergeben würde. Der lieferte mit King of Comedy 1982 selbst eine oftmals übersehene Tragikomödie ab, in der ein fantastisch aufgelegter Robert De Niro als Stand-up-Comedian nur auf Ablehnung stößt und schließlich mehr und mehr dem Wahnsinn verfällt.

Wer Lynne Ramsays neuesten Film A Beautiful Day gesehen hat, dem dürfte es nicht schwer fallen, sich die von Joaquin Phoenix herausragend gespielte Figur des todessehnsüchtigen, depressiven Auftragskillers in abgewandelter Form als Comedian vorzustellen, dem irgendwann ebenfalls nur noch der Abstieg in wahnsinnige Abgründe bleibt. Dass die vielversprechende Produktion zudem offenbar gewisse Wagnisse eingehen darf, deuten neue Details aus dem Plan von DCEU-Chef Hamada an.

Mehr kreative Freiheiten ohne einen Writers' Room im DCEU

Wie sich den Plänen des neuen DC Entertainment-Präsidenten entnehmen lässt, soll der Joker-Film mit Joaquin Phoenix nicht mehr als rund 55 Millionen Dollar kosten. Für DCEU-Verhältnisse - Justice League soll zuletzt mitsamt der umfangreichen Reshoots bis zu 300 Millionen Dollar gekostet haben - kommt dieses Budget im Vergleich somit fast einer Low-Budget-Produktion gleich. Zudem hat Hamada angekündigt, dass er auf einen Writers' Room für das DCEU vollständig verzichten wolle. Regisseure sollen hierdurch mehr kreative Freiheiten und somit auch eine stärkere eigene Stimme in ihren Projekten bekommen.

Hierzu passt auch der Ansatz, künftige Standalone-Filme vom eigentlichen DCEU abzukoppeln. Werke wie der Joker-Film mit Joaquin Phoenix oder Birds of Prey, in dem Harley Quinn im Mittelpunkt stehen wird, sollen unter einem neuen Markennamen laufen, der DC Dark oder DC Black lauten könnte. Dieser Plan könnte sich als erfolgreicher Schritt entpuppen, um einzelne Projekte noch unabhängiger vom großen Namen des DCEU zu etablieren und ihnen eine eigenständige Beachtung zu bescheren.

Ein Schritt, der Filmemachern mehr kreative Freiheiten zugestehen soll, mutet zunächst ungewöhnlich an, wenn man sich noch einmal vor Augen führt, wie verheerend Warner Bros. zuletzt mit Zack Snyders Vision für Justice League in Konflikt geriet. Auch die Überlegung, kleineren Superhelden mit Potenzial zukünftig eine größere Bühne bieten zu wollen, klingt nach einem erfreulichen Schritt für das DCEU. Vielleicht findet das Franchise im Gegensatz zum Marvel Cinematic Universe (MCU), das auf kontinuierlich gesteigertes Spektakel mit möglichst vielen großen Namen setzt, künftig gerade im Kleinen zum Großen.

Eine neue Geschäftsstrategie mit unerwarteter Hoffnung für das DCEU

Ein wenig erinnert dieses Geschäftsmodell gar an die Strategie von Filmproduzent Jason Blum, der bei seiner Firma Blumhouse Productions Budgets für die Filme sowie Vorausbezahlung seiner Regisseure lieber niedrig hält, um sie im Gegenzug prozentual am Gewinn zu beteiligen und ihnen vor allem das Recht an der finalen Schnittfassung zu sichern. Dieses Recht am sogenannten Final Cut, das speziell für eigensinnige Autorenfilmer wie David Lynch, Quentin Tarantino oder Paul Thomas Anderson bei ihren Arbeiten unverzichtbar ist, könnte dem DCEU einen völlig neuen Höhenflug ermöglichen, sofern Hamada Konsequenz und Durchsetzungsvermögen beweist.

An kreativen Ansätzen oder eigenwilligen Regisseuren, die sich längst eine eigenständige Handschrift angeeignet haben, fehlte es dem Superhelden-Franchise durch die Verpflichtung von Filmemachern wie Zack Snyder oder David Ayer in der Vergangenheit nicht. Vielmehr fehlte bisher der Mut, den ambitionierten Visionen dieser Künstler freien Lauf zu lassen, um sich von der MCU-Konkurrenz endgültig abgrenzen zu können. Wie es scheint, ist Walter Hamada als neuer DC Entertainment-Chef genau die richtige Person dafür, um das DCEU in eine rosige Zukunft zu führen.

Glaubt ihr auch, uns erwartet demnächst eine rosige Zukunft im DCEU?

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