Community Blog
Fairy Tail - Ist Magie gut oder böse?

Anime-Serien im Kino - Mein Abend mit dem Fluch des ewigen Lebens


Fairy Tail: Phoenix Priestess - Artwork
© Hiro Mashima, KODANSHA/Fairy Tail Movie Production Guild. All Rights Reserved.
Fairy Tail: Phoenix Priestess - Artwork

Die KAZÉ Anime Nights 2018 gehen in ihre dritte Runde und diesmal begleiten wir einmal mehr Fairy Tails stärkstes Team auf einer spannenden Reise, die ihnen so einiges abverlangen wird, schließlich müssen sie sich nicht nur mit einer dunklen Gilde herumschlagen, sondern ebenfalls die Wiederauferstehung eines gefährlichen Monsters verhindern. Natsu, Lucy und Co. haben also einmal mehr alle Hände voll zu tun.


Worum geht es in Fairy Tail?

Es macht immer mehr Spaß, wenn wir zusammen sind!


Das Königreich Fiore ist ein Land voller Magie, in welchem sich jene Bürger, die über solche speziellen Fähigkeiten verfügen, in Gilden zusammentun, um gemeinsam in die Welt hinauszuziehen und auf ihren Reisen den Menschen helfen. Eine Magierin, die sich zu Beginn der Geschichte noch keiner Gilde angeschlossen hat, ist Lucy, deren Wege sich eines schicksalhaften Tages mit einem jungen Mann namens Natsu kreuzen; ein Ereignis, welches ihre beiden Leben für immer verändern soll. Der sehnlichste Wunsch unserer Protagonistin geht kurz darauf in Erfüllung und so wird sie in der Gilde Fairy Tail herzlich willkommen geheißen. Sie schließt sich mit Natsu sowie seinem besten Freund Happy, einer blauen geflügelten Katze, zusammen und im Verbund mit weiteren Magiern der Gilde erleben sie allerlei spannende Abenteuer! Hierbei müssen sie sich nicht nur mit anderen Gilden auseinandersetzen, sondern sich ebenfalls gegen gewaltige Monster behaupten.

Vor einigen Jahren stieß ich beim Schlendern durch einen Buchladen eher zufällig auf einen kleinen Manga mit dem Titel Fairy Tail, dessen ersten Band ich schließlich mitnahm. Da mir sowohl die Charaktere als auch ihre Welt ziemlich schnell gefielen und ans Herz wuchsen, guckte ich in der darauffolgenden Zeit ebenfalls in den Anime rein. Inzwischen hat sich meine Fairy Tail-Sammlung dezent erweitert: Neben den ersten beiden Volumes des Anime und dem ersten Kinofilm des Franchise stehen ebenfalls 50 Manga-Bände sowie ein ziemlich schickes Artbook im DIN-A3-Format bei mir im Regal. Den ersten Kinofilm habe ich mir im Laufe der Jahre bereits mehrfach angesehen, im japanischen O-Ton wie in der englischen Sprachfassung. Vergangenen Dienstag konnte mich Fairy Tail: Phoenix Priestess dementsprechend nicht wirklich überraschen, allerdings fand ich es wirklich super, diesen Film endlich einmal auf der großen Leinwand erleben zu können. Gemeinsam mit einem guten Freund, der ebenfalls großer Fairy Tail-Fan ist, den Film bisher jedoch noch nicht gesehen hatte, ging es also ins CinemaxX Bremen, wo wir uns mit Natsu und seinen Freunden in ihr ersten Kino-Abenteuer stürzten. Der Saal war zwar leider nicht ganz so gut gefüllt wie bei der letzten Anime Nights-Vorstellung, doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch :)


Mein Abend mit Fairy Tail: The Phoenix Priestess

Ein Auftrag ruft! Auf geht's, Happy!


Das stärkste Team von Fairy Tail, bestehend aus Natsu, Lucy, Erza, Gray, Wendy, Happy sowie Charle erhielt vom Bürgermeister der Stadt Negura den Auftrag, Geese, seines Zeichens Anführer einer Diebesbande, gefangen zu nehmen. Lucy wittert bereits das schnelle Geld und widmet sich mit Feuereifer dieser Mission, allerdings soll es anders kommen, als es sich unsere Helden erhofft hatten: Bei kleineren Scharmützeln mit den Untergebenen ihres Ziels, legen sie einen Großteil der Stadt in Schutt und Asche, während ihnen Geese im letzten Augenblick noch entkommen kann. Etwas niedergeschlagen machen sich Natsu und seine Freunde auf den Rückweg zu ihrer Gilde. Ein Großteil der Gruppe befindet sich schon wieder im Fairy Tail-Hauptquartier als Lucy auf eine junge Frau namens Éclair trifft, welche vor ihren Augen zusammenbricht. Unsere Protagonistin bringt ihre neue Zufallsbekanntschaft daraufhin zu Fairy Tail, wo sie erst etwas Verpflegung bekommt, ehe sie ohne ein Wort der Dankbarkeit wieder verschwinden möchte. Sehr zum Missfallen ihres kleinen Begleitert Momon, der Lucy zuvor um Hilfe für seine Freundin bat. Wie sich später herausstellt, Éclair befindet sich auf dem Weg in einen nahe gelegenen Wald, wo der Magier Kalard leben soll. Da es an diesem Ort vor gefährlichen Monstern nur so wimmelt, beschließen Lucy, Natsu und Co., ihre neue Bekanntschaft zu eskortieren, doch was als recht harmloses Abenteuer zu beginnen scheint, soll schon bald Ausmaße annehmen, die sich unsere Helden kaum vorstellen können.

Soviel erstmal zur Geschichte des Films, welche schön gradlinig erzählt wird, dabei ebenfalls mit dem einen oder anderen kleinen Twist um die Ecke kommt sowie mit einem sehr angenehmen Pacing zu gefallen weiß. Viel Zeit widmeten die Macher natürlich der neuen Figur Éclair, welche eigens für Phoenix Priestess erschaffen wurde; sie umgibt ein Geheimnis, welches erst allmählich enthüllt wird und durchaus zu fesseln vermag. Zu Beginn wirkt sie noch sehr unnahbar, hat sie doch eine sehr abschätzige Meinung über Magie, welche ihrer Erfahrung nach nichts als Trauer und Leid über die Menschen bringen würde. Somit vertritt sie eine Ansicht, die sich merklich von jenen unserer Protagonisten, insbesondere von Lucys Meinung, unterscheidet. Im Laufe der Handlung wird viel Zeit darauf verwendet, die Beziehung der Beiden zu entwickeln, was vielleicht etwas zu schnell vonstatten geht, andererseits hingegen wirklich schön anzuschauen ist, reift Éclair so doch zu einem sehr nahbaren wie sympathischen Charakter, welcher sich gut ins uns vertraute Gruppen-Geflecht eingliedert. Generell sind die Figuren sowie ihre Chemie untereinander wieder einmal eine der ganz großen Stärken des Films, die alle ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen besitzen, weshalb man, sollte Fairy Tail bisher an einem vorbeigegangen sein, sicherlich schnell einen Liebling innerhalb der Gruppe finden dürfte.

Das ist es nicht, worum es im Leben geht!


Wie der im Filmtitel enthaltene Name des mythologischen Vogels Phönix bereits suggeriert, steht weitaus mehr auf dem Spiel, als unsere Helden anfangs vermuten würden. Ein Artefakt, welches Éclair bei sich trägt, birgt die Macht in sich, ein uraltes Monster, den Phönix, wieder zu erwecken; derjenige, dem dies gelingt, soll ewiges Leben zuteil werden. Dies ist es schließlich auch, wonach verschiedene Parteien im Verlaufe des Films streben, doch es wird ebenfalls sehr deutlich, dass ewig zu leben ebenfalls ein Fluch sein kann, verliert man somit doch unweigerlich irgendwann jeden, den man liebt. Während alles um einen herum vergeht und zu staub zerfällt, muss man selbst stets voranschreiten, obgleich diese Erfahrungen tiefe Narben hinterlassen, welche nur schwerlich verheilen. Dieses Thema wird von den Verantwortlichen des Films mit viel Fingerspitzengefühl gehandhabt und vermochte es zumindest bei mir, mich emotional zu berühren. Fairy Tail-Schöpfer Hiro Mashima sagte in einem Interview, sein Ziel mit Phoenix Priestess sei es gewesen, die Zuschauer zum Weinen bringen; zumindest bei mir war er damit durchaus erfolgreich, kullerte mir doch im wirklich herzzerreißenden und für die Serie eher atypischen Finale die eine oder andere Träne über die Wange.

Den sehr emotionalen Momenten steht, wie man es von Natsus Abenteuern gewohnt ist, natürlich krachende Action gegenüber, die den Kämpfen der Anime-Serie deutlich überlegen ist. In der TV-Serie werden besonders mächtige Attacken unserer Helden mit kurzen Sequenzen eingeläutet, welche sich über den Verlauf des kompletten Werkes diverse Male wiederholen; zudem kommen magische Kreise bei einigen Angriffen zum Einsatz, welche mittels CGI eingefügt wurden. Beides entfällt für den Film, woraus ein deutlich höheren Tempo der Kämpfe resultiert und der Action somit merklich zugute kommt. Die Schlagabtausche wurden schön choreographiert und glänzen mit schönen Zeichnungen sowie geschmeidigen Animationen. Apropos Zeichnungen: Diese unterscheiden sich doch dezent von jenen, die man als Fan aus den Anfängen der Anime-Serie gewohnt ist und orientiert sich stilistisch deutlich näher am Manga, was zumindest mir sehr gut gefiel. Unterlegt werden sowohl die krachenden Kämpfe als auch die emotionalen, ruhigen Momente von einem durch die Bank stimmigen Score, welcher aus der Serie bekannte Melodien mit neuen Arrangements vereint. Generell gehört der Soundtrack von Fairy Tail zu meinen persönlichen Favoriten im Anime-Segment und bietet diverse folkloristisch anmutende Lieder, die einem so schnell sicherlich nicht mehr aus dem Kopf gehen.

http://www.youtube.com/watch?v=_ITYmorZMy8

Fairy Tail: Phoenix Priestess liefert nun streng genommen nichts wirklich Neues, erweitert es die Serie doch um keine essentielle weitere Punkte, wie es der Nachfolger mit seiner kleinen Extra-Szene tun sollte. Zudem schlichen sich kleinere Kontinuitätsfehler in den Film, doch hieran dürften sich vermutlich nur Hardcore-Fans der Vorlage stören. Alle anderen freuen sich, so wie ich, über ein kurzweiliges, spannendes sowie überraschend emotionales Kino-Abenteuer, mit dem selbst als Fairy Tail-Neuling eine gute Zeit verbringen kann :)

Nach etwas mehr als anderthalb Stunden neigte sich unser Besuch im CinemaxX Bremen dann auch seinem Ende entgegen und Natsu sowie seine Freunde genehmigen sich vorerst eine wohlverdiente Pause, ehe sie im Juli erneut unsere Lichtspielhäuser unsicher machen dürfen. Diesen Monat, genauer am 29. Mai 2018, übernimmt einmal mehr unser kleiner Meisterdetektiv Conan, den wir in seinem Jubiläums-Special Episode ONE noch einmal zurück zum Anfang seiner Reise begleiten dürfen.

Habt ihr euch ebenfalls Fairy Tail: Phoenix Priestess im Kino angesehen? Was ist eure Meinung zum ersten Leinwand-Abenteuer von Natsu und Co.?

moviepilot Team
Amon Sven Raabe
folgen
du folgst
entfolgen
What? No chit-chat or monologue? Just gettin' right to the point, huh?
Deine Meinung zum Artikel Anime-Serien im Kino - Mein Abend mit dem Fluch des ewigen Lebens
Ef8ace04c884452287e20cdf74f73e41