Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes - Kritik


Pope Francis: A Man of His Word

US · 2018 · Laufzeit 96 Minuten · FSK 0 · Dokumentarfilm · Kinostart
Du
  • 8
    sithlord80 01.07.2018, 21:40 Geändert 01.07.2018, 21:43

    Als Atheist kann ich nicht leugnen mit dem ein oder anderen Vorurteil an diese Doku herangegangen zu sein, diese wurden nicht bestätigt, denn hier wird nicht versucht den Zuschauer zu bekehren. Vielmehr werden hier weltliche Probleme thematisiert. Eine kritische Reflektion seitens des Papstes, bezüglich des Reichtums der Kirche und den damit einhergehenden Eitelkeiten haben ebenfalls einen Weg in diese sehenswerte Dokumentation gefunden. Dieser Papst ist "Mensch", er spendet den armen Menschen Hoffnung und Trost. Papst Franziskus - ein Mann seines Wortes, der selbst auf einen pompösen Lebensstil verzichtet und auch dadurch an Authentizität gewinnt, ich finde ihn gut.

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    • 7 .5
      Framolf 19.06.2018, 03:18 Geändert 19.06.2018, 03:22

      Wim Wenders liefert mit 'Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes' einen äußerst durchdachten und empathischen Beitrag, der sich höchstens vorwerfen lassen muss, seinen Protagonisten deutlich über die Maßen zu stilisieren. Wenders hat seinem Gegenüber in mehreren zweistündigen Sitzungen insgesamt 55 Fragen gestellt, aber leider einige davon ausgeblendet und nicht mit in die finale Schnittfassung übernommen, die nicht in das kolportierte Gesamtbild passen (Stichwort Empfängnisverhütung). Wenders hat dabei während der Interviewsitzungen sein Gesicht via Teleprompter vor die Kamera gebracht, damit der Papst direkt in die Linse spricht, und somit die Zuschauer statt den Fragensteller adressiert.

      Viele hier vermittelte Botschaften sind regelrecht herzerwärmend. Besonders beeindruckend gestaltet sich seine Rede vor der Kurie und die Reaktion einiger angesprochener Priester darauf. Dabei wird klar deutlich, dass unter diesem Papst ein anderer Wind in der katholischen Kirche weht, aber dass letztlich auch dieser nicht komplett aus seiner Haut kommt.

      Papst Franziskus fordert im Film unter anderem, Eltern sollten regelmäßig mit ihren Kindern spielen und sie streicheln. Blöd nur, dass in dieser Hinsicht oftmals auch Priester die Elternrolle übernehmen...

      Die Einlassungen des Papstes dazu sagen weit mehr aus, als er ausspricht. Er fordert dabei, dass die Kirche die Kläger bei Zivilklagen gegen pädophile Priester unterstützen solle. Seine Betonung auf "Zivil" wirft dabei mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Letztlich ist das System in vielen Ländern immer dasselbe: Wenn es gar nicht mehr anders geht, werden Gelder an die Opfer ausgeschüttet; aber in vielen Fällen werden die Täter danach einfach nur in eine andere Diözese (oder innerhalb dieser) versetzt. Von strafrechtlicher Aufarbeitung keine Spur. Der Wahnsinn hat eben doch System...

      Kleine Anekdote am Rande: Wenders hat erst lange nach Beendigung der Dreharbeiten erfahren, dass Papst Franziskus auch deutsch spricht und er mit ihm auch in dieser Sprache hätte kommunizieren können. :-)

      @mp: Seid ihr euch sicher, dass Wenders tatsächlich auf den weltweiten Reisen dabei war? Meines Wissens hat er sich diesbezüglich in allererster Linie diverser Archivmaterialien bedient. Zumindest legen das seine Aussagen deutlich nahe.

      20
      • 6

        Mag diese Dokumentation in Teilen eher das Resultat einer Montage sein, zeigt sich Wenders' besondere Eigenleistung zumindest in den anregenden Interviewszenen.

        • 6

          Kritische Stimmen [...] fehlen in Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes.

          • 5 .5

            Mehr als schöne Worte sind auch von diesem rhetorisch exzellenten Führer einer weiteren, extrem reichen und überkommenen Religion nicht zu erwarten.

            • 8

              Wim Wenders' Dokumentarfilm Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes macht aus Kinobesuchern "Gläubige".

              • 7 .5

                Insgesamt ist Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes eine bewegende Reise mit vielen Momenten aufblitzender Spontaneität und packender Intensität.

                • 6 .5

                  Als PR-Coup ist dieser Film [...] weitgehend gelungen – und Papst Franziskus ein Mann, der auch Nicht-Katholiken in seinen Bann zieht.

                  • Ist das Propagandascheiße oder kann das weg?

                    • 8

                      Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Wenders für diesen dokumentarischen Meilenstein nicht endlich die verdiente Oscar-Absolution erhielte!

                      • 8

                        Doku von Wim Wenders, die durch die zutiefst menschliche Ausstrahlung von Papst Franziskus das Potential hat, Menschen unterschiedlichster Herkunft zu erreichen: als Form der Anstiftung zu Menschlichkeit und sozialer Gerechtigkeit. [Anke Sterneborg]

                        • 5

                          Interessant sind Franziskus' Aussagen aber allemal. Allerdings zeigt Papst Franziskus einen Halbgott anstatt einen Menschen, über den man nur zu gerne ein wenig mehr erfahren hätte. [Simon Eberhard]

                          • 6

                            Wim Wenders' Dokumentation liefert uns einen interessanten Einblick in das Leben von Papst Franziskus, aber der Privatmann hinter dem Amt wird uns kaum nähergebracht. [Andrew Barker]

                            • 6

                              Die Interviewabschnitte in Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes sind faszinierend, und die Szenen, in denen er die Füße anderer wäscht, sind bewegend. Weniger gut gelungen sind die Versuche von Wim Wenders, das Leben des Heiligen Franziskus abzubilden. [Glenn Kenny]

                              • 6

                                Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes ist menschlich und unbedenklich, aber am Ende ist er nicht zielgerichtet genug, um auch die Aufmerksamkeit von Skeptikern im Publikum zu erregen. [Stephen Farber]