Love, Simon - Kritik


Love, Simon / AT: Simon vs. The Homo Sapiens Agenda; Nur drei Worte

US · 2018 · Laufzeit 110 Minuten · FSK 0 · Drama · Kinostart
Du
  • 4

    Leider wurde ich vom Film sehr enttäuscht. Ein glatt gebügelter Hollywoodstreifen der sowas von realitätsfern ist. Man wohnt in einer Idylle, eine total perfekte Familie die happy morgens ihre fluffigen Pfannkuchen essen, im geilem Haus leben und er natürlich mit 17 ein eigenes Auto hat, ein Vater der seinen Sohn vollkommen akzeptiert und rumheult, eine Schule die am Ende komplett hinter der Homoliebe steht, Lehrer die sich für ihn einsetzten und ein perfekter neuer Freund und erste Liebe. Also BITTE, wo passiert sowas den. Diese Geschichte ist ein Märchen sonst nichts.

    Ich wurde von den meisten auch akzeptiert und habe ein normales Leben aber was im Film dargestellt wird ist viel zu aufgesetzt. Zudem noch relativ schlechte Schauspielleistung.

    • 8

      Also mal ehrlich braucht es einen weiteren Teeniefilm? Was mit anonymen Chat-Romanzen, besten Freunden und Familie und dem bevorstehenden Ende der Schulzeit – kennen wir doch mittlerweile zur Genüge.

      Aber was, wenn es sich einfach so gut und unbeschwert anfühlt wie bei "Love, Simon". Dann stellt sich die Frage gar nicht, denn die Antwort ist ein dreifaches, laut gebrülltes Jaa, jaa, jaa.

      Es liegt natürlich auch am Umstand, dass diese, nicht ganz untypische, Teenage-Rom-Com sich endlich mal mit dem nicht ganz freiwilligen Coming-Out seiner männlichen Hauptfigur beschäftigt. Somit öffnet sich das Genre endlich mal wieder ein Stückchen und nimmt endlich auch die Lebenswelt der nicht rein heterosexuellen Zielgruppe wahr.

      Das ist bemerkenswert, vielleicht sogar revolutionär (in den bisherigen Genre-Grenzen). Aber vor allem sehe ich es als ermutigende Abwechslung, dass hier der Junge am Ende den Jungen kriegt. Nicht selten sehe ich Geschichten wie diese auch als herbes Indie-Drama inszeniert. Als schmerzliche Coming-of-Age-Angelegenheit, voller ablehnender Umgebungen, moralischer Kleinkariertheit und einer Auflösung, bei der am Ende das romantische Happy-End in weite Ferne rückt.

      Wohl auch deshalb empfinde ich es als lohnenswerte Abwechslung, mitzuerleben, dass die relativ einfachen Formalien der Teenie-Romanze, mal auch für einen schwulen Jungen exerziert werden und sich der ganze Aufwand auch für ihn lohnt. Dabei nimmt "Love, Simon" sich auch ernsteren Aspekten wie den überraschten und überrumpelten Eltern und idiotische Hohlbirnen, die es leider immer geben wird, an.

      Natürlich mag auch die hier gezeigte Realität in manchem Blickwinkel als zu glattgebügelt und weich gepolstert erscheinen. Sei's drum, das ist ja nicht primär der Fehler von "Love, Simon". Wer Simplizität und politische Korrektheit verdammen will, kann sich ruhig mal andere Genre-Vertreter genauer betrachten.

      Und wie schon gesagt, die Situation ist für ihren Protagonisten und nicht wenige Zuschauer immens wichtig. Dahin gehend stimmt hier, neben so vielem, einfach der Spirit und der Wille, die Geschichte von Simon wie die eines jeden anderen Teenagers zu behandeln.

      Wir reden hier ja auch nicht über einen zweiten "Moonlight", der sexuelles Erwachen mit einem bitteren, wie gnadenlosen Realitätssinn kombiniert. Noch muss "Love, Simon" nicht zum nächsten Referenzwerk für Freunde und Verwandte homosexueller Teenager auserkoren werden. Obwohl der Film schon das alles als rein normal feiert und dabei mit seiner Lockerheit halt einfach so ein romantischer Teeniefilm bleibt. Wenngleich auch sicherlich kein unwichtiger.

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      • 10

        Ich hab so unglaublich viel geweint, ich konnte so vieles mitfühlen, miterleben, nachempfinden... Einige Situationen hatte ich auch gehabt im Leben und der Film hat einfach alles richtig gemacht.

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        • 9

          In einer Gesellschaft die tatsächlich im Jahre 2018 lebt würde ich einfach schreiben das "Love Simon " eine schöne Highschool Liebesgeschichte ist mit allem was dazu gehört . In einer Gesellschaft die im Jahre 2018 lebt hätte es keine Bedeutung ob die Liebesgeschichte nun zwischen einem Jungen und einem Mädchen oder zwei Jungen stattfindet .Doch soweit sind wir nicht .und so kommt man nicht darum auch darüber etwas zu schreiben .
          Nun der Film stellt das ganze sicher sehr positiv da so wie es in der Realität sicher nicht immer ist . Doch der Film ist eine Liebesgeschichte und da wird immer alles etwas zu positiv dargestellt . Und wie soll es denn auch anders gehen ?
          Bei "Call me by your Name " gab es Kritik das homosexuelle Beziehungen nie gut enden . Zeigt ein Film keine Diskriminierungen ist es schlecht weil er keine zeigt . Zeigt er welche ,wird sich nicht genug davon distanziert . Zeigt er homosexuelle mit den selben Problemen wie alle anderen auch . Wird nicht genug auf die spezielle Lebenssituation hingewiesen . Werden besondere Probleme gezeigt ist das ganze nicht "normal " genug . Das ganze ist natürlich auch ein sehr sensibles Thema . So muß jedem klar sein das "Love Simon " kein Drama ist . Kein Film der die Probleme und Schwierigkeiten in den Vordergrund stellt . Sicher weichgespült . Aber zwei Jungs küssen sich im Mainstream Kino . Und das ist ja schon mal was . Auf dem Parteitag der AFD wird dieser Film nie laufen auch daran sollte man denken es aber vielleicht für die Dauer des Kinobesuches einfach mal vergessen . Und nur für die Dauer des Kinobesuches .

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          • 6 .5

            Beim Sehen des Trailers erweckte der Film in mir endlich mal die Hoffnung eine etwas andere Teen-Lovestory zu bieten zu bekommen. Doch nach Anschauen des Filmes zeigte mir auch dieser einmal wieder die Einfallslosigkeit in der Filmwelt. Enttäuscht war ich von dem Film nicht, aber von der Geschichte her bleibt er trotzdem nicht mehr als durchschnittlich. Zu perfekt erscheint einem die Welt in der Simon lebt: verständnisvolle Eltern, verständnisvolle Freunde und Lehrer. Es gibt wenig Reibungskraft zwischen der Problematik und den Protagonisten. Die Welt, die Simon als "normal" für ihn deklariert ist einfach nur die perfekte Fantasie eines jenes Jugendlichen, der sich mit dieser Thematik angesprochen fühlt. Und das möchte auch der Film. Er soll einfach ein warmes Gefühl vermitteln, dass man nicht allein mit seinen Problemen ist und dass es dort draußen eine bunte Welt gibt. Außeinandersetzung mit der Realität ist hier fehl am Platz, genauso wie das Hinterfragen mit kritischem Blick. Nach dieser Schönewelt-Manier endet auch der Film: es wird aufgedeckt, wer Blue ist, sie küssen sich und die Welt ist perfekt. Kann man machen... anspruchsvolles Kino ist es damit jedoch nicht. Viel mehr hätte es mir gegeben, wenn Blue unentdeckt geblieben wäre und der Film mit den Sätzen aus Simon's letztem Tweet geendet hätte. So hätte der Film mir auch viel mehr mitgegeben, als lediglich ein schönes Gefühl im Magen.

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            • 5

              Eigentlich fand ich das alles ziemlich nett zu Beginn, doch Figuren und Handlung entlarven sich mit zunehmender Laufzeit als eher seicht. Das behauptete Drama verläuft so harm- und reibungslos, das man sich fragt, wo eigentlich das große Problem liegt? Vielleicht wird dem Zuschauer damit ein wonniges Gefühl von Zugehörigkeit und Toleranz vermittelt, doch eine richtige Auseinandersetzung mit realen Konflikten findet ab einem gewissen Zeitpunkt gar nicht mehr statt. Zumindest wird das Innenleben der Hauptfigur doch - ab und zu - relativ gekonnt ausgedrückt (und natürlich spielt sich in seiner naiven Gefühlswelt das wahre Drama ab). Das Ende mit Applaus am Riesenrad ist schon eher scheiße und schießt meiner Meinung nach am Ziel vorbei. Hätte mir als romantischer Krimi (Wer ist Blue?) mit schrulligen Higschool-Charakteren (hier: zu normal!) besser gefallen.

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              • 7

                18 Jahre sind vergangen, seit Greg Berlanti sein Regiedebüt "The Broken Hearts Club: A Romantic Comedy" veröffentlichte. Nur die Komödie "Life as We Know It" aus dem Jahr 2010 ist von dem Regisseur zwischen seinem Debüt und seinem dritten Film noch fürs Kino erschienen. Untätig war er in der Zwischenzeit jedoch nie, denn Berlanti ist auf dem US-amerikanischen Serienmarkt längst eine wiederkehrende Größe. Als Produzent und Drehbuchautor taucht sein Name aktuell regelmäßig in Serien wie "Supergirl", "Arrow", "The Flash", "Legends of Tomorrow" und "Riverdale" auf. Dass er über die Jahre gerne öfters Filme fürs Kino gedreht hätte, ihm dieser Wunsch aber oftmals verwehrt blieb, liegt ganz offensichtlich daran, dass Berlanti ein offen homosexuell lebender Mann ist, der am liebsten Stoffe verwirklicht, in denen er sich selbst wiederfindet.
                Filme mit explizit homosexueller Thematik sind im Studio-System von Hollywood hingegen bis heute Mangelware. Selbst Werke aus den letzten Jahren mit homosexuellen Protagonisten wie "Moonlight" oder "Call Me by Your Name", die beim Publikum und von Kritikern wahre Jubelstürme entfachten oder mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet wurden, entstehen mit vergleichsweise schmalen Budgets außerhalb der gängigen Hollywood-Strukturen. Somit ist es gleichermaßen verwunderlich wie wenig überraschend, dass Berlantis dritter Kinofilm "Love, Simon" nun mit dem Alleinstellungsmerkmal erscheint, der erste Film eines großen Studios (20th Century Fox) zu sein, der eine homosexuelle Liebesgeschichte zum zentralen Thema macht.
                Für die Romanverfilmung der Vorlage von Becky Albertalli bedient sich der Regisseur ausgiebig bei den Mechanismen der Indie-Tragikomödie sowie Coming-of-Age- und Highschool-Filmen, um mithilfe des Drehbuchs der "This Is Us"-Showrunner Elizabeth Berger und Isaac Aptaker seine persönliche Variante eines Coming(-Out)-of-Age-Films zu schaffen. Hauptfigur ist der 17-jährige Simon Spier, der dem Zuschauer gleich zu Anfang per Voice-over versichert, dass er ebenso normal und gewöhnlich sei wie er. Ein streng gehütetes Geheimnis verbirgt der Jugendliche allerdings vor seinem Umfeld: Er ist homosexuell. Seine Eltern und seine jüngere Schwester Nora wissen davon ebenso wenig wie seine engsten Freunde Leah, Nick und Abby, mit denen er zur Schule geht.
                Simons Leben erhält einen unerwarteten Dreh, nachdem er davon erfährt, dass auf der Tumblr-Seite "creeksecrets" ein anonymer Mitschüler eine Nachricht hinterlassen hat, in der sich dieser als homosexuell outet, aber ebenso wie Simon in Geheimhaltung lebt. Indem sich Simon entschließt, dem Unbekannten mit dem Pseudonym Blue seine wahren Gefühle zu offenbaren, entwickelt sich zwischen den beiden eine E-Mail-Freundschaft, durch die sich Simon bald in den Menschen verliebt, dessen Identität er gar nicht kennt.
                Auch wenn sich "Love, Simon" von der ersten Szene als bekömmlicher Wohlfühlfilm zu erkennen gibt, der mit glatten Bildern aus dem Weichzeichner und einem Soundtrack gespickt ist, der von Bleachers-Frontmann und Erfolgsproduzent Jack Antonoff mit verlässlich eingängigen Indie-Hits versehen wurde, sollte man Berlantis Film trotzdem keineswegs vorschnell als kitschiges Märchen aus einem fiktiven Wunderland abschreiben. Kein großes Geheimnis macht der Regisseur aus der Tatsache, dass er sich speziell gegen Ende ganz bewusst dem großen Kitsch hingibt. "Love, Simon" ist der Film, den Berlanti selbst gerne in den 80er-Jahren gesehen hätte, als das populäre Teenager-Kino eines John Hughes beispielsweise keinerlei Alternativen für homosexuelle Heranwachsende wie Berlanti bot. Der neue Film des Regisseurs ist ein solches Werk geworden, das gerade ein jüngeres Zielpublikum, unter dem sich womöglich viele Zuschauer in ähnlicher Geheimhaltung und Unsicherheit wie Simon befinden, berechtigt in freudige Ekstase versetzen und zu völlig neuem Mut inspirieren könnte.
                Neben dem eigentlichen Plot, bei dem Simon zusätzlich in eine Erpressung verstrickt wird, die droht, sein Coming-Out ungewollt an die Öffentlichkeit dringen zu lassen, findet Berlanti aufgrund der homosexuellen Perspektive einen frischen Zugang für die Darstellung vertrauter Gefühle und Probleme junger Menschen. Zusammen mit der gelungenen Leistung von Hauptdarsteller Nick Robinson, der Simon als sympathischen Schönling verkörpert, der in seinem Gesicht immer wieder den traurigen Menschen erkennen lässt, der seine aufrichtigen Gefühle versteckt sowie unterdrückt halten muss, beschreibt "Love, Simon" den Konflikt des Coming-Outs als spürbare Belastung, die irgendwann auch Konsequenzen für Simons Freundeskreis mit sich bringt, dessen Gefühle ebenso leicht verletzt werden können wie die des Jugendlichen. Im Gegensatz zu Luca Guadagninos "Call Me by Your Name" aus diesem Kinojahr, der homosexuelle Gefühlsstürme und jugendliches sexuelles Erwachen als sinnliche Feier der aufgestauten Zurückhaltung, erotischen Gesten und hitzigen Entladungen darstellte, ist "Love, Simon" trotz einiger stereotyp gezeichneten Freiheiten beim Figurenensemble weitaus stärker darauf bedacht, das Innere des Protagonisten als durchaus dramatisches Wechselbad der Gefühle zu schildern. So inszeniert Berlanti das Verschweigen von Simons Homosexualität einerseits wie ein Gefängnis, in dem der Betroffene isoliert und einsam von der Außenwelt mit seinen eigenen Gedanken alleine ist, um die Thematik andererseits in einer charmant-amüsanten Szene einer gewissen Absurdität auszuliefern. In dieser fantasierten Sequenz wechselt der Regisseur kurzerhand die Perspektive und visualiert Coming-Outs heterosexueller Teenager vor ihren Eltern mit entsprechend urkomischen Reaktionen.
                In einer der Schlüsselszenen im letzten Drittel des Films gibt Simons Mutter Emily gegenüber ihrem Sohn zu, schon immer gewusst zu haben, dass er ein Geheimnis hütete. In den letzten Jahren konnte sie spüren, wie er stets förmlich die Luft angehalten habe. Jetzt sei die Zeit gekommen, in der er endlich wieder ausatmen könne. Eine berührende Feststellung, die ebenso auf die Struktur von "Love, Simon" zutrifft. Auch Berlantis Film unterliegt diesem Rhythmus, wenn Gefühle unter Anhalten des Atems wie verschluckt wirken, um irgendwann zwischen zärtlichen Bekundungen, ehrlichen Eingeständnissen und knallbunter Romantik zwischen Lichtermeer und Riesenrad aus voller Kraft ausgeatmet und vor allem ausgelebt werden dürfen.

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                • 6

                  Grundsolides coming of age Drama, das seine Zielgruppe stets fest im Blick hat, aber dennoch nur sehr begrenzte Identifikationsmöglichkeiten für Nicht-Jugendliche bietet. 'Love, Simon' singt das Hohelied auf die Diversität und ächtet Intoleranz in quasi jeder Sekunde. So weit, so nett, auch wenn hier etwas Würze fehlt. Manche Dramen punkten mit einer ausgeklügelten Story, andere indem sie abstrakte Kategorien sichtbar machen oder wie auch immer. 'Love, Simon' hingegen lebt in erster Linie vom Empathiefaktor, was zwar durchaus angenehm anzusehen ist, für ganz hohe Wertungen vermutlich aber nur bei jenen Zuschauern sorgen dürfte, die eines der dünn gesäten Identifikationsangebote annehmen können bzw. wollen.

                  Talitha Eliana Bateman und Nick Robinson haben beide 'Die 5. Welle' in ihrer Vita stehen, Katherine Langford und Miles Heizer standen für die Serie '13 Reasons Why' gemeinsam vor der Kamera. Wirkliches Kapital wird aus derlei Verbindungen nicht geschlagen. Dennoch macht dieser Film genug richtig, um für eine einmalige Sichtung interessant genug zu sein. Immerhin.

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                  • 7 .5

                    Süßer, kurzweiliger Young-Adult-film, mit dem LGBT-Lovestories nach den arthouseigeren Call me by your name und Moonlight nun endlich im Mainstream-Kino angekommen sind. Der Film mag in seiner Botschaft wichtiger sein als in der eigentlichen Handlung, trotzdem kann man sich dank der mühelosen Darstellung von Nick Robinson herrlich amüsieren und seine kleinen und großen Herausforderungen mitfühlen. Und ein längst überfälliges Zeichen für mehr Toleranz und natürlicher Medien-Repräsentation von LGBTs in Hollywoodfilmen ist es allemal - denn Love, Simon ist zum Glück einfach nur eins: eine schnörkellose kleine High-School-Liebesgeschichte einer Person mit Ängsten und Gefühlen, Freunden und Familie, niemand der existenzielle Identifikationsprobleme durch seine Sexualität durchlebt, sondern jemand, der ein (wie er es selbst betont) ganz normales Leben führt. Also lehnt euch zurück für eine harmlose Wohlfühl-Story mit bisweilen witzigen, kitschigen und großen romantischen und ironischen Momenten. Ohne 3 "Awwws" und einem Tränchen kommt mir hier keiner aus dem Kino zurück!

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                    • 7 .5

                      "Love Simon" ist eine Coming of Age-Geschichte um einen Teenager der vor seinem Geständnis steht, dass er schwul ist. Symphatische Schauspieler, vor allem Hauptdarsteller Nick Robinson spielt gut. Interessantes Thema das unterhaltsam umgesetzt wurde. Tragikomödie, die sowohl bewegend als auch lustig ist. Empfehlenswert!

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                      • 7

                        Er ist im Tonfall leise, überlegt und differenziert. Dafür möchte man ihm seine überaus konventionelle Machart gern verzeihen.

                        • 7

                          Die jungen, unverbrauchten Darsteller machen ihre Sache gut. Einzig schwächelt das Drehbuch in puncto glaubhaften Handlungsverlaufs. Man sieht es ihm nach.

                          • 2
                            chmul_cr0n 28.06.2018, 21:38 Geändert 28.06.2018, 21:39

                            Der Fremdscham-Faktor der "Chemie" des Ensembles ist echt bemerkenswert. Habe selten eine Gruppe Schauspieler gesehen, die so überhaupt nicht wie eine Gruppe befreundeter Menschen wirken. Lag wahrscheinlich auch an den Dialogen. Die ziemlich repräsentativ dafür sind wie schmerzhaft stumpf und kitschig der ganze Film ist. Mit seinen aufgesetzten, selbstverliebten Figuren, in ihrer aufgesetzten, selbstverliebten Welt, die den Kopf so tief im eigenen Arsch stecken hat wie sie. Besonders der Protagonist, dem es bemerkenswert leicht fällt, mit den Gefühlen seiner Freunde auf eine Art und Weise zu spielen (bzw. *hier obszönes Verb für den Vollzug des Geschlechtsverkehrs einfügen*), die weitaus fieser ist, als nötig gewesen wäre, um sein Geheimnis zu bewahren. Ich verstehe auch nicht, warum der Film am Ende den romantischen Aspekt (der vorher im Prinzip gar nicht existiert hat) in den Vordergrund rücken möchte.
                            Was ein langweilig aussehendes, peinlich anmutendes, kitschiges Fremdscham-Fest.

                            Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass dem Film sehr viel daran liegt, weißen cis-heteros (die den Großteil der Zuschauerschaft dieses Films ausmachen werden, oder das bereits tun) das Gefühl zu geben, dass sie ganz ganz ganz toll sind, weil sie ja ach so tolerant sind und Schwulen und anderen ja auch diese normale Lebensrealität gönnen, wie großzügig.
                            Ich gehöre ja selber in diese Kategorie, und mich hat es nicht wirklich gestört, aber wenn ich es nicht täte, hätte es das wahrscheinlich.
                            Habe jedenfalls ein paar Rezensionen von Nichtweißen/Nichtcisgenders/Nichtheteros gelesen, die das gestört hat.

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                            • 7 .5

                              Greg Berlanti [...] adaptierte Becky Albertallis hochgelobtes Buch zu einer charmanten Coming-of-Age Geschichte über die spannende Reise auf der Suche nach sich selbst und der ersten Liebe

                              • 7 .5

                                Die Drehbuchautoren [...] haben dieses Gefühlschaos in kluge, witzige und oftmals sehr einsichtige Dialoge übertragen [...].

                                • 6

                                  Love, Simon handelt zwar von den Problemen der sexuellen Orientierung, aber ein Problemfilm ist das nicht, eher eine Mutmach-Romanze.

                                  • 7 .5

                                    [...] einer der schönsten Filme des Jahres und punktet mit pointierten Dialogen, Situationskomik und einem gesunden Schuss Sentimentalität.

                                    • 7 .5

                                      Love, Simon ist der gelungene Versuch, eine schwule Lovestory für die breite Masse zu erzählen.

                                      • 9

                                        Gestern bereits zum zweiten Mal gesehen (@Lugner, @Millennium) und meine Bewertung steigt noch weiter in den roten Bereich. Nick Robinson als schwulen Teenager zu sehen ist sehr erfrischend, bei den Massen an klischeehaften (gay) Filmen und deren Darsteller. Unspektakulär aber realistisch wird hier eine Coming-Out Geschichte erzählt, mit viel Charm, Humor und Ironie. Das Thema "normal sein" ist jedenfalls meiner Meinung nach ein ganz eigenes Kapitel und hat nichts mehr mit der sexuellen Orientierung zu tun, denn wer oder was ist denn schon "normal" in dieser Welt? Und wer legt die Norm für Normalität fest? Hier betont Simon, dass er normal ist und meint damit lediglich, dass er nicht auf die Art und Weise schwul ist, wie sich die meisten Außenstehenden, die mit dem Thema nicht vertraut sind, Homosexualität vorstellen. Mir hat gefallen, dass die Story ohne viel Schnickschnack erzählt wurde. !!KLEINER SPOILER: Simons Gesichtsausdruck und Reaktion, als sich herausstellt, dass der Waffle-House-Man nur Interesse an seiner "heißen Freundin Abby" hat, war absolut grandios & authentisch ;-) ENDE KLEINER SPOILER!! Der Soundtrack ist top und selbst mit dem kitschigen Ende kann ich mich abfinden. In diesem Sinne...
                                        Love,
                                        Simon

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                                        • 8

                                          Also mir hat der echt gut gefallen. Berührende Geschichte, aber auch mit viel Humor erzählt :)

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                                          • 7
                                            Noergolas 26.06.2018, 16:48 Geändert 29.06.2018, 21:06

                                            [...] Die Adaption des Romans "Simon vs. The Homo Sapiens Agenda" bricht die gängigen perspektivischen Strukturen des amerikanischen Teeniefilms auf, in dem schwule Jungsfiguren meist Randpositionen einnehmen müssen, obwohl sie das Gesamtbild liberal-amerikanischer Schul- und Coming-of-Age-Kultur stets in unverzichtbarem Ausmaß mitkonstituieren. In Lady Bird erwischt die Hauptprotagonistin ihren ersten Freund beim Rumknutschen mit einem Jungen, in The Perks of Being a Wallflower erreichen den Hauptprotagonisten irgendwann Annäherungsversuche seines besten Freundes. Nichts liegt mir ferner als eine Diskreditierung dieser beiden wunderbaren Filme, nur erscheinen sie symptomatisch für das Problem, aus dem heraus ein eigentlich so unbedeutend erscheinendes Filmchen wie Love, Simon plötzlich Welten zu bewegen scheint.

                                            Denn Love, Simon denkt diese filmisch bewährte Adoleszenzerfahrung um, indem er sie aus der queeren Perspektive heraus erzählt. Hauptprotagonist Simon ist schwul und aus diesem Umstand ergibt sich der Film, dem es im bewundernswerten Ausmaß gelingt, erschöpfte Stationen einer Coming-Out-Erfahrung auf nonchalante Weise gleichzeitig zu bestätigen wie auch zu unterwandern - etwa in einer geträumten Musical-Sequenz, in der sich Simon als Teil einer Gay-Pride-Parade auf dem College imaginiert, oder eine wunderbare Montage, in der sein Gedankenspiel, warum es eigentlich keine heterosexuellen Coming-Outs gibt, vom Film umgehend visualisiert wird. Mit solchen unendlich charmanten, aber nie inflationär eingesetzten Cut-Away-Gags spielt sich Love, Simon direkt in die Herzen und Köpfe seines Publikums.

                                            Einigen dem Genre scheinbar inhärenten Klischees, schwule Perspektive hin und her, kann sich der Film dabei nicht entziehen - der Plot um Erpressung und die Liebeleien innerhalb von Simons Freundeskreis wirken schon reichlich routiniert. Dass seine Coming-Out-Erfahrung als weißer, durchaus beliebter Wohlstandsbursche (an den Nick Robinson entsprechend seinen athletischen Körper und sein keimfreies Gesicht verleiht) eine privilegierte ist, stößt zuweilen etwas sauer auf, wird vom Film aber auch klug auf den eigenen Diskurs um Angst und Ausgrenzung angewendet. Letztere äußert sich nicht nur in den Verhöhnungen homophober Mitschüler, sondern auch in ahnungslosen Witzeleien des eigenen Vaters oder Lügengeschichten der Mutter über imaginäre Freundinnen, wie Simon im Gespräch mit dem einzigen offen schwulen Jungen an seiner Schule erfährt. [...]

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                                            • 7 .5

                                              "Um seine Coming-out-Geschichte fürs große Publikum zu erzählen, braucht Greg Berlanti einen Helden, der so unauffällig wie möglich ist. Dabei ist es gerade die Normalität in "Love, Simon", die immer wieder in Frage gestellt wird." [Michael Kienzl]

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                                              • 8

                                                Wie soll ich nur den anderen sagen, dass ich schwul bin? „Love, Simon“ nimmt die Schwierigkeit eines Coming-outs und kombiniert dieses mit den üblichen Teenie-Liebeskomödien-Mechanismen. Das ist insgesamt ein bisschen glatt, vorhersehbar, zum Ende auch etwas kitschig. Der unglaubliche Charme, die tollen Darsteller und viele witzige Szenen machen aus der Geschichte um einen unsicheren Jugendlichen dennoch ein Highlight.

                                                • 7 .5

                                                  [...] die Selbstfindung des Protagonisten [wird] erfreulicherweise nie von der Romanze überwältigt.

                                                  • 6

                                                    Greg Barlanti gelingt es, im amerikanischen Mainstream-Kino aus einem schwulen Coming-out mal kein Drama zu machen, sondern eine romantische Komödie. [Anke Sterneborg]