Foxtrot - Kritik


Foxtrot

DE/IL/FR · 2017 · Laufzeit 108 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 8
    NDR 19.07.2018, 10:23 Geändert 19.07.2018, 10:56

    Foxtrot erzählt auf eindrucksvolle und grandiose Weise von den Kriegstraumata eines Vaters und eines Sohnes [...].

    • 4 .5

      Ohh man war der langweilig. Musste nach der Hälfte gehen.

      • 6 .5

        Maoz’ satirischer Formalismus enthüllt den Zynismus eines perfekt getakteten Militärapparates, verliert dabei aber die Opfer selbst aus den Augen.

        • 8
          nihilisticguy94 12.07.2018, 23:54 Geändert 12.07.2018, 23:55

          Die israelische Gesellschaft befindet sich in der Schieflage.
          Seit dem Tag der Staatsgründung herrscht in Israel der permanente Ausnahmezustand. Die Gesellschaft ist geprägt durch objektive und strukturelle Gewalt, Traumata, Neurosen, zwanghafter Selbstdisziplin, Angst, Verdrängung Schuldgefühlen. Die gebrochenen Männer, die in ihr leben, versuchen durch Tritte nah außen und langen Gewehren jegliche Nähe zu verhindern und ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten, damit sie weiterleben können.
          Man tanzt Foxtrott. Man bewegt sich keinen Schritt vorwärts, sondern kommt immer wieder am Ausgangspunkt an.
          Zwischen den Töten und Sterben versucht man irgendwie zu leben, zwischen Pornoheftchen und Gewehren.
          Die israelische Gesellschaft befindet sich in der Schieflage und muss aufpassen, dass sie schlussendlich nicht im Schlamm voller Blut versinkt.

          Keine dumpfe Polemik gegen die israelische Armee, sondern ein Faustschlag tief in die unmenschlichen Strukturen Israels hinein, die keine Alternative zur Hegemonie des Militärischen kennt.

          Verstörende Komödie des Schreckens. Viel zu hart für einen warmen Sommerabend

          1
          • 8

            [...] Ein eindringlicher, aber vor allem äußerst kunstvoller Antikriegs-Film.

            • 7 .5

              Für den Seelenfrieden seiner Landsleute hat Samuel Maoz wenig Hoffnung, aber immerhin Whisky und Haschisch als Medizin.

              • 7 .5

                "Foxtrot" ist keine polemische Abrechnung mit der israelischen Armee, sondern die Auseinandersetzung mit einem gesamtgesellschaftlichen Zwang, der es nicht zulässt, dass anderen Kategorien als jenen des Militärs irgendein Gewicht eingeräumt wird.

                • 8
                  FilmDienst.de 05.07.2018, 11:41 Geändert 05.07.2018, 14:48

                  Es ist [seine] politische Haltung, die aus Foxtrot einen brillanten Film macht und nicht nur eine Abfolge brillanter Bilder, wie es vielen Filmemachern sonst oft ausreichend erscheint.

                  • 9

                    Die schreckliche Nachricht vom Tod des Sohnes rührt an die Traumata der Familie Feldmann und bringt Verdrängtes ans Licht. Ein Vorgang, den der Filmemacher dazu nutzt, das Thema ins Generelle zu öffnen und sein Heimatland Israel in seiner ganzen Verwundbarkeit zu zeigen. [Alexandra Seitz]

                    • 8

                      Bitteres Familiendrama, absurde Kriegskritik und zugleich kunstvoller Albtraum – in „Foxtrot“ kommt zusammen, was nicht zusammenkommen kann. Das bedeutet für das Publikum ein Wechselbad der Gefühle, fesselt, erschreckt und unterhält. Lässt einen ebenso zerstört zurück wie die beiden Eltern, die ihren Sohn und damit sich selbst verloren haben.

                      • 7 .5

                        [...] ein streng inszenierter, komplexer, intelligenter, vielschichtiger Film.

                        • 7 .5

                          Der israelische Regisseur Samuel Maoz hat schon im Jahre 2009 mit „Lebanon“ versucht seine persönlichen Traumata während des Libanonkrieges 1982 zu verarbeiten. Jetzt hat er sich erneut mit diesem Thema beschäftigt und daraus einen diskutierbaren, ansehnlichen Film gemacht.
                          In Tel Aviv leben der Architekt Michael ((Lior Ashkenazi) und seine Frau Daphna ((Sarah Adler). Ihr einziger 19jähriger Sohn Jonathan Feldman (Yonatan Shiray) leiste seinen Wehrdienst beim Militär ab. Es klingelt an der Haustür. Draußen stehen zwei Soldaten. Daphna fällt in Ohnmacht. Sie weiß was das bedeutet. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes.
                          Ihr Mann Michael fällt ebenfalls in tiefe Trauer, die sich aber in Wut und Verständnislosigkeit äußert und der Hund darunter leiden muss. Auch ein Besuch bei seiner Mutter kann diese Wut nicht lindern. Sein ebenfalls eingetroffener Bruder entwirft eine Traueranzeige. Die Ankunft eines Bestattungsoffiziers verschlimmert die Situation mit seinen bürokratischen Details für die Beerdigung, keine Empathie, nur Rituale und sinnlose Hinweise.
                          Fünf Stunden währt der Alptraum. Dann die neue Nachricht, dass es sich um eine Verwechslung handelt und Jonathan lebt und mit seiner Einheit eine Versorgungsstraße überwacht. Ein Fehler im System sorgte für die Falschmeldung. Michael rastet aus, er fordert die sofortige Rückkehr seines Sohnes nach Hause. Die emotionale Anspannung lässt ihn eine Panikattacke erleiden.
                          Ein Film wie ein Theaterstück dargeboten in drei Akten. Sehr surrealistisch gefilmt und klaustrophobisch wirkend. Mit ausgezeichneten Darstellern. Die Selbstkritik des Regisseurs an seinem Heimatland brachte ihm Ärger mit der nationalistisch eingestellten Kulturministerin Miri Regev ein und führte in Israel zu einer kontroversen Diskussion um den Film.
                          113 Minuten - Radikal und verstörend, grausam und poetisch.

                          • 8 .5
                            BrittaLeuchner 11.05.2018, 19:52 Geändert 11.05.2018, 19:57

                            Umstrittener aber außergewöhnlicher und außergewöhnlich interessanter Streifen der das macht was ein guter Film machen sollte: das Gespräch zu einem Thema anregen. Und in einer witzigen Gastrolle ist sogar eine Deutsche Theater- und FIlmschauspieler Legende aus den 1960ern mit dabei um den Film zu unterstützen wie sie selbst in einem Interview auf Fassette.net sagte: Karin Ugowski, als die Mutter des Protagonisten. In Cannes und Venedig premiert (Silberner Löwe), bei den Ophir Awards mehrfach ausgezeichnet und bei Rotten Tomatoes mit 100% hoch eingestiegen, ist es schon etwas seltsam das ausgerechnet die Oscars wohl im letzten Moment geknuffen haben so einen heiklen Film in die engere Auswahl kommen zu lassen. In der Vorauswahl war er noch drin.

                            PS: früher ward ihr gründlicher mit der DVD Bluyray Verlinkung und habt wenigsten angemerkt, dass sie noch nicht erschienen ist. Euer Link zu Amazon führt hier ins Leere.

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                            • 8

                              Visuell bestechend und mit seinen Stimmungswechseln höchste Aufmerksamkeit verlangend, gehört Foxtrot nicht zu den leicht konsumierbaren Filmen. [Roland Meier]